Inklusion?! Nur im Dialog!

Kommunikation und das dialogische Prinzip

Ein Beitrag von Janina Steurenthaler

Teilhabe, Mitbestimmung, Empowerment – diese nicht zuletzt auf dem Boden der UN-Behindertenrechtskonvention gewachsenen Inhalte ernsthafter und engagierter Inklusionsbemühungen stellen neue Anforderungen an die Einrichtungen der Behindertenhilfe.

Im Bemühen um eine neu definierte moralische Dimension der Interaktion von behinderten und nichtbehinderten Menschen taucht immer wieder die Frage auf: Wie stellen wir angesichts quantitativ und qualitativ unterschiedlich ausgebildeter Kommunikationsmöglichkeiten eine gleichberechtigte Ebene der Begegnung her? Wie überwinden wir das Gefälle der Kommunikationskompetenz und wie lernen wir, auch unvollständige Kommunikation zu lesen und zu interpretieren?

Wir suchen die Antwort in der Bereitschaft und Fähigkeit, die Behinderung eines Menschen nicht als Minus-Variante und defizitäres Symptom wahrzunehmen, sondern als biographisches Merkmal, das in der zwischenmenschlichen Begegnung erkannt und beantwortet werden will.

Diese Art der Begegnung setzt voraus, dass wir den herrschaftsfreien Dialog zu einem Grundprinzip menschlicher Interaktion machen.

Das bedeutet: Wir verstehen Kommunikation als Grundvoraussetzung der existenziellen Anerkennung des anderen und der eigenen Bereitschaft, uns dem anderen gegenüber zu öffnen und zu erkennen zu geben.

Das dialogische Prinzip schafft eine moralische und ethische Grundlage der Kommunikation und damit zugleich eine der menschlichen Grundhaltung. Aus ihr erwächst die Fähigkeit, Sprachbarrieren zu überwinden und erfolgreiche Kommunikation auf jeder sozialen Ebene möglich zu machen.

Im Rahmen einer abgestimmten Dialogprozessbegleitung unterstützen wir Ihre Mitarbeitenden sowie die bei Ihnen arbeitenden oder wohnenden Menschen mit Assistenzbedarf darin, sich diesem Thema zu widmen und eine gemeinsame Grundhaltung zu entwickeln, durch welche echte Inklusion möglich wird.